DigiCult Museen SH - Aktuelles

  digiCULT auf der Herbstagung der Fachgruppe Dokumentation des Deutschen Museumsbundes in Berlin  
  Museumswissenschaftler, Projektleiter, Vertreter von Forschungseinrichtungen und Studenten trafen sich vom 15. 10. – 19.10. 2006 im Konrad-Zuse-Zentrum Berlin zu dem jährlichen Austausch über Fragen und Entwicklungen im Bereich der digitalen Museumsdokumentation. Veranstaltet wurde das Treffen von der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund, dem Institut für Museumsforschung Berlin und dem Zuse Institut.
Schwerpunkte der diesjährigen Herbsttagung waren die Themen „Kooperationen und Technologie in der Museumsdokumentation“.
Digicult nahm mit drei Vertretern an den Fachkonferenzen teil und nutzte die Gelegenheit, bestehende Kooperationen weiter zu entwickeln und angestrebte Kooperationsprojekte vorzubereiten (u.a. Saarland).
Drei von digiCULT mitgestaltete Projekte wurden im Plenum vorgestellt:
Die Entwicklung eines Datenaustauschformates wurde unter dem Titel „Vom CDWA Lite zu museum.dat- ein Havesting Format für Museumsdaten“ erläutert. Der in der AG Datenaustausch in der Entwicklung befindliche Standard soll eine erhebliche Erleichterung für den Im- und Export von Museumsobjektdaten bewirken.
Frank von Hagel zeigte mit seinem Vortrag zum weiter entwickelten BAM Projekt, dass die Datenkommunikation zwischen Museen, Archiven und Bibliotheken schon funktioniert. In BAM werden Bestände aus Bibliotheken, Archive und Museen nachgewiesen. Digicult hat dazu 6000 Museumsobjekte aus seiner Archivdatenbank schleswig-holsteinischen Museen zur Verfügung gestellt (www.bam-portal.de).
Zur Arbeit mit kontrolliertem Vokabular wurden die neuesten Entwicklungen des Projektes „Museumsvokabular“ vorgestellt, bei dem digiCULT gewichtiger Gründungspartner ist und für das deutschlandweite Portal sein Thesaurusredaktionsmodul Dokbase.xtree zur Verfügung gestellt hat (www.museumsvokabular.de). Die hier publizierten Thesauri können von den Museen zur Sacherschließung genutzt werden. Zugleich können Redaktionsteams in Deutschland oder international Weiterentwicklung und Pflege der Vokabularien webbasiert betreiben.

Als wichtiger Standard für die Museumsarbeit wurden von Nick Poole, Direktor von MDA, Cambridge, die neuesten Entwicklungen und Ziele von SPECTRUM vorgestellt. Spectrum ist ein Standard für Museumsinformationsmanagement, der durch eine neue Lizensierungsstrategie in kürze neben anderen europäischen Nutzern auch für deutsche Museen in einer übersetzten und adaptierten Fassung zur Verfügung gestellt werden soll.
Neben der Darstellung von europäischen Initiativen wie MINERVA und Vorstellung von Einzelprojekten wie OPAL Niedersachsen oder DAOFIND, Bundesarchiv, gab die Tagung auch Impulse zu Urheberrechts- und Lizensierungsfragen. Dabei stellte sich die von Patrik Pfeifer, Nationalbibliothek Luxemburg vorgestellte Möglichkeit der CC Lizensierung von Wissensdaten (Creative Commons Lizenz) als eine auch für Digicult denkbare Möglichkeit heraus, den freien öffentlichen Zugang zu Museumsinformationen abzusichern ohne einer einseitigen kommerziellen Nutzung dieser Daten zuzuliefern (www.creativcommons.org).

Das gesamte Programm der Tagung ist auf der Webseite des Deutschen Museumsbundes, Fachgruppe Dokumentation, publiziert. Dort sollen auch die Vorträge veröffentlicht werden.

 
  Link: www.museumsbund.de  
 
Lütger Landwehr, 20.10.2006