DigiCult Museen SH - Aktuelles

  Museen setzen auf digitale Vernetzung - „digiCULT- Verbund eG“ gegründet  
  Mit der am 18. Januar 2010 in Kiel gegründeten überregionalen Genossenschaft „digiCULT- Verbund eG“ haben sich erstmals 42 Museen, Kultureinrichtungen und persönliche Mitglieder in einem festen Verbund genossenschaftlich organisiert, um langfristig die digitale Bestandserfassung der eigenen Kulturschätze voranzubringen.
Die Genossenschaft unterstützt die deutsche und europäische Zielsetzung zur digitalen Sicherung und Zugänglichmachung des kulturellen Erbes. Sie bietet eine Zukunftsplattform auf dem Weg in die Wissensgesellschaft.

Mit der Genossenschaftsgründung werden die Mitglieder dauerhaft unterstützt, die althergebrachten analogen Karteikarten zu ergänzen und zu überwinden. Die einheitliche Nutzung neuer digitaler Werkzeuge, Standards und Vokabulare fördert Vernetzung und Austausch. Die Erschließung des eigenen Bestandes, in verstreuten Magazinen oft nur schwer zugänglich, rückt wieder in den Blickpunkt. Die Digitalisierung und der jederzeitige elektronische Zugriff steigern die Arbeitseffizienz und ermöglichen neue Fragestellungen an die Objekte. Von den entstehenden vernetzten Datenbanken, der Verbundpublikation und der langfristigen digitalen Sicherung des kulturellen Erbes profitieren am Ende nicht nur die beteiligten Einrichtungen, sondern alle Nutzer aus Bildung, Wissenschaft und Tourismus.
Der digiCULT-Verbund ermöglicht es seinen Mitgliedern, die erfassten Daten und Bilder in zentralen Kultur- und Wissenschaftsportalen wie der „EUROPEANA“ oder der zukünftigen „Deutschen Digitalen Bibliothek“ (DDB) zugänglich zu machen. Damit rücken die Museen in angemessener Form in den Focus von Öffentlichkeit und Wissenschaft. digiCULT ist am Aufbau der DDB beteiligt und wurde für deren Kompetenznetzwerk nominiert. Bund und Länder messen solchen zentralen Zugängen zum Kulturerbe in unserer Wissensgesellschaft hohe Bedeutung zu.
„Die Dokumentationsarbeit der Museen und ihre Leistungen für unser Identitätsbewusstsein soll durch einen starken Dokumentationsverbund auf Augenhöhe mit den Bibliotheken in der Öffentlichkeit und in der Wissenschaft angemessen wahrgenommen werden“, so Vorstandsvorsitzender Lütger Landwehr.

Über 10 Jahre wurden in die Vorbereitung investiert. Das bestehende digiCULT Projekt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel als Vorläufer der Genossenschaft wird vom Projektstatus in eine sichere Rechtsform und einen dauerhaften wirtschaftlichen Betrieb überführt. Der weitreichenden Bedeutung der Aufbauarbeit gemäß wurde digiCULT seit 2003 mit EU- und Eigenmitteln des Landes Schleswig-Holstein von über einer Millionen Euro gefördert.

Hauptzweck der Genossenschaft ist die kulturelle und wissenschaftliche Förderung der Mitglieder. Ganz konkret geht es um die praktische Anwendung des im Projekt entwickelten Wissensmanagements, die Weiterentwicklung und Nutzung von Standards, den Betrieb der Daten- und Serverinfrastruktur, die Beratung und Fortbildung der Mitglieder beim Einsatz der Werkzeuge und Vokabulare, die Unterstützung bei der digitalen Fotografie, die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Fachgruppen, Verbänden und Digitalisierungsprojekten. Die Genossenschaft wird sich an Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Dokumentationsbereich beteiligen, auch um weitere EU- oder DFG Fördermittel einzuwerben.

Damit Millionen von Sammlungsobjekten in den nächsten Jahrzehnten digital erfasst und publiziert werden können, bedarf es eines erfahrenen technischen Dienstleisters. digiCULT arbeitet daher mit der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) Göttingen zusammen. Diese bietet aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der digitalen Verbunddokumentation die Gewähr für einen langfristig sicheren Betrieb der IT-Infrastruktur der Genossenschaft.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Museen, Sammlungen und persönlichen Mitgliedern u.a. mit Vertretern vom Institut für Museumsforschung Berlin auch Einrichtungen wie der Museumsverband Schleswig-Holstein, der Museumsverband Saarland, die Stiftung Historische Museen Hamburg oder die Landesbibliothek Schleswig-Holstein. Auch die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf beabsichtigt, der Genossenschaft beizutreten. Mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein sowie weiteren Bundesländern und deren Museumsverbänden laufen Gespräche für eine zukünftige engere Zusammenarbeit. Die Genossenschaft bündelt die Kräfte und ist für weitere Beteiligungen offen.


Fotos: Sönke Ehlert
 
  Link: www.digicult-sh.de/index.php?p=Genossenschaft  
 
Lütger Landwehr, 27.01.2010