DigiCult Museen SH - Aktuelles

  Verbundkonferenz thematisiert Urheberrecht und Vokabulararbeit  
  Über 70 Besucher informierten sich 3. Juni im Volkskunde Museum Schleswig über den Entwicklungsstand und die Aktivitäten der digiCULT-Verbund eG. Besonderes Interesse fand der Vortrag von Dr. Dietmar Preißler, Sammlungsdirektor der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, zur Urheberrechtsproblematik von Kulturgutdatenbanken im Internet.
Nach einem Grußwort von Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, der die erfolgreiche Zusammenarbeit mit digiCULT bei der Entwicklung der Archäologiedatenbank Nord herausstrich, führte Dr. Preißler in die Thematik des Urheberrechts ein. Er verwies auf die unbefriedigende Sachlage beim Umgang mit verwaisten Werken und stellte das Positionspapier "Kulturelles Erbe im Internet sichtbar machen" des deutschen Museumsbundes von 2012 vor, in dem eine Lösung auf politischer Ebene gefordert wird.

Über die Thesaurusarbeit am Jüdischen Museum berichtete Dr. Iris Blochel-Dittrich. Sie lotete dabei Chancen und Grenzen der Arbeit mit kontrolliertem Vokabular in anschaulicher Weise aus. Das Jüdische Museum Berlin arbeitet seit 2009 mit dem Vokabularmodul xTree und ist seit Anfang diesen Jahres Mitglied der mit digiCULT-Verbund eG.

Unter dem Titel „Gezeichnet für immer!“ veranschaulichten Eicke Siegloff vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein und Dr. Joachim Schultze vom Archäologischen Landesmuseum Schloss Gottorf den Werdegang vor- und frühgeschichtlicher Funde von der Grabung bis ins Magazin. Das von ihnen bereits auf der Verbundkonferenz 2011 vorgestellte Konzept der Archäologischen Datenbank Nord ist in Schleswig-Holstein seit März letzten Jahres produktiv im Einsatz. Eine Besonderheit ist dabei die Standortverwaltung über ein Barcodesystem.

Im folgenden Beitrag wurde das Gesamtkonzept der seit 2010 bestehenden Kooperation mit Thüringen vorgestellt. Referenten von „digiCULT Thüringen“ waren Rebecca Wulke, die einem vom Museumsverband Thüringen eingesetzten dreiköpfigen Digitalisierungsteam angehört, sowie Michael Lörzer, stellvertretender Leiter der Thüringischen Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB). Sie berichteten über die Erfahrungen mit der hier erstmalig eingesetzten Erfassungssoftware digiCULT.web und über die zentrale Medienverwaltung mit digiCULT.UrMEL im Digitalisierungszentrum der ThULB.

In Vertretung für die erkrankte Referentin Anne Hentrich stellte Elmar Knieps den Landschaftsverband Rheinland (LVR) vor, der digiCULT im vergangenen Jahr beigetreten ist. Der LVR mit Sitz in Köln erfüllt als einer von zwei Kommunalverbänden in Nordrhein-Westfalen Aufgaben im Bereich der der Behinderten- und Jugendhilfe, der Psychiatrie und der Kultur. Für die im Dezernat Kultur und Umwelt entstandenen Datenbankprojekte wird heute einheitlich das in xTree verwaltete „Wortnetz Kultur“ als Thesaurus genutzt. Möglichkeiten zu Kooperationen auch außerhalb des Einzugsbereiches des LVR sollen in den kommenden Monaten in einem Workshop eruiert werden.


Fotos: Sönke Ehlert
 
   
 
Frauke Rehder, 10.06.2013