Auf dem runden Fuß mit umgeschlagenem Rand erhebt sich der Schaft, der aus einem Baluster und einem aus drei Scheiben bestehenden Nodus gebildet wird. Die konische Kuppa mit gerundetem Ansatz schwingt zum Mündungsrand hin leicht nach außen. Die Wandung ist mit der geschnittenen Darstellung eines Dreimasters, einer Walfangszene mit Harpunieren auf zwei Booten sowie der Inschrift (übers. „Der Wohlstand der grönländischen Fischerei“) unterhalb des Mündungsrandes verziert.
Balusterkelche mit geschnittenen Darstellungen des niederländischen Walfangs vor Grönland befinden sich u.a. in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art (Inventarnr. 13.69.51a, b) und des Victoria & Albert Museums (Inventarnr. C.473-1936); Pledge glass with cover, unter: Metropolitan Museum of Art, URL:
www.metmuseum.org/art/collection/search/192314 (26.06.2024); Wine glass, unter: Victoria and Albert Museum, URL:
collections.vam.ac.uk/item/O4949/wine-glass-sang-jacob/ (26.06.2024). Eine Diamant punktierte Walfang-Darstellung hat sich auf einem Fadenglas-Kelch im Rijksmuseum Amsterdam erhalten; Vgl. Pieter C. Ritsema van Eck: Glass in the Rijksmuseum (Catalogue of the Decorative Arts in the Rijksmuseum Amsterdam 2). Zwolle 1995, Nr. 533.
Als Vergleichsobjekt siehe außerdem Brigitte Klesse/Hans Mayr: Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock. Sammlung Ernesto Wolf. Wien 1987, S. 124, Abb. 124, Nr. 189.
Für die Niederlande war der Walfang seit dem 17. Jahrhundert eine lukrative Einnahmequelle und wurde bis ins 19. Jahrhundert fortgesetzt.
(Judith Thomann)