Zum Hauptinhalt
Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.

Deckelpokal

18. Jahrhundert

Slider Bild - CC BY-NC-ND 4.0
1/1
Der Pokal erhebt sich auf einem glockenförmig hochgewölbten Fuß, der an der Wölbung mit länglichen Rundbogenfacetten verziert ist. Der Schaft wird aus einer gedrückten und facettierten Kugelung, konkav eingezogenen bzw. konisch ansteigenden Zylinderstücken sowie einem facettierten, kugeligen Nodus mit eingestochenen Luftblasen gebildet. In den massiven Ansatz der konisch ansteigenden Kuppa, der mit länglichen Rundbogenfacetten verziert ist, sind ebenfalls Luftblasen eingestochen. Die Wandung zeigt auf einer Seite das geschnittene Spiegelmonogramm „FVDK“ (?) unter einer Laubkrone, flankiert von zwei steigenden Einhörnern auf einer Gitterfeld-Plattform mit vegetabilen Voluten und hängenden Quasten. Die gegenüberliegende Seite zeigt ein geschnittenes, geviertes Wappen mit einer Greifenklaue im ersten und vierten Feld sowie einem steigenden Einhorn im zweiten und dritten Feld. Bekrönt wird das Wappen von einem Bügelhelm mit Laubkrone sowie Hahnenfedern und Bannern als Helmzier. Vom Helm gehen vegetabile Ranken mit Kugelungen als Helmdecke aus. Der Mündungsrand des Pokals ist mit einer umlaufenden Reihe geblänkter Kugelungen verziert. Der gewölbte Deckel weist eine ebensolche Reihe geblänkter Kugelungen sowie längliche Rundbogenfacetten unterhalb des Knaufs auf. Dieser wird aus zwei Zylinderstücken, einer großen, facettierten Kugelung mit eingestochenen Luftblasen und einer kleineren, facettierten Kugelung als Abschluss gebildet.
Formtyp und Gestaltungsdetails wie die Rundbogenfacetten oder die großen, facettierten Kugelungen mit Luftblasen sprechen für eine Fertigung in Brandenburg, vgl. Jutta Götzmann/Uta Kaiser: Gläserne Welten. Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte. Ausst. Kat. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte. Petersberg 2017, Nr. 51 und 78; Brigitte Klesse/Hans Mayr: Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock. Sammlung Ernesto Wolf. Wien 1987, Nr. 138.
Die Freiherren von dem Knesebeck teilen sich in einen „schwarzen“, im heutigen Niedersachsen beheimateten Stamm und einen „weißen“ Stamm aus der brandenburgischen Altmark auf. Die Familie diente über Jahrhunderte u.a. dem (kur-) brandenburgischen bzw. preußischen Hof.
Als Schildträger sind für das gemeinsame Wappen ein Greif und ein Einhorn überliefert, vgl. Art. v. d. Knesebeck, in: J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch […] (Bd. 2,9: Der Hannöverische Adel). Nürnberg 1870, S. 10, online abrufbar: doi.org/10.11588/diglit.24715 (14.05.2024). Dass das Spiegelmonogramm von zwei Einhörnern flankiert wird, könnte dafür sprechen, dass der oder die Monogramminhaber*in zur mit dem Einhorn assoziierten weißen Linie aus Brandenburg gehörte.
Die Inschrift auf dem Pokal deutet daraufhin, dass es sich um einen „Willkomm“ handeln könnte, der Gästen des Hauses traditionell gereicht wurde und vollständig ausgetrunken werden musste.

(Judith Thomann)
Bereitstellende Einrichtung:
Inventarnummer:
Gl007
Objektbezeichnung:
Weitere Objektbezeichnung:
Deckelpokal mit Spiegelmonogramm und Wappen der Freiherren von dem Knesebeck
Material:
Maße:
Gesamt: Höhe: 36,5 cm (mit Deckel); Höhe: 23,7 cm (ohne Deckel); Durchmesser: 12,9 cm
Signatur/Kennzeichnung:
Inschrift
Wo: Wandung
Was: Bist du ein Freund von diesen Hauss / So trinck dis glass gantz reine aus
monogrammiert
Wo: Wandung
Was: FVDK (?)

Herstellung:

Ort/Datierung:
Brandenburg, 18. Jahrhundert

Zugriff und Nutzungsmöglichkeiten

Zitierlink:
https://www.digicult-verbund.de/item/DE-4261/lido/dc00000071
Lizenz Metadaten:
CC BY-SA 4.0
Ins Portal übernommen am:
13.08.2025 12:03:59
Zuletzt veröffentlicht am:
19.07.2025 09:57:36
Erstellt am:
30.04.2024 20:24:39
Zuletzt geändert am:
02.09.2024 23:30:28

Ähnliche Objekte

Entdecken Sie ähnliche Objekte. Über die Datenfelder können Sie die Objekte auswählen, die Sie interessieren. Sie können Ihre Suchfilter beibehalten oder deaktivieren.


Suchfilter berücksichtigen

  • Objektbezeichnung:
    • D
      1
  • Sachgruppe:
    • T
      1
  • Material:
    • G
      1
  • Technik:
    • G
      1
  • Darstellung/Bezug:
    • W
      1
Portal | digiCult Verbund eG