Von einer runden Standfläche ausgehend steigt die Wandung des Bechers konisch an. Auf der Unterseite des Bechers ist die Darstellung eines hockenden, kotenden Mannes mit Pfeife und der niederländischen Inschrift (übers. „Mit Erlaubnis“) in einer Landschaft eingeschnitten. Die Wandung des Bechers zeigt unten ein Fries aus stehenden Oval-Linsen und darüber geschnittene Festons aus Früchten und Blüten mit Vögeln und geblänkten Details, die von Sonnenblumen-Blüten mit bewegt geschweiften Bändern herabhängen. Der Korb der Sonnenblüte wird in Form einer Linse dargestellt, an einem der Festons befindet sich eine weitere Sonnenblume mit Linse.
Bei diesem Scherzbecher sieht der oder die Trinkende den kotenden Mann erst, wenn er das Glas geleert hat. Ein ähnliches Glas mit einer erotischen Szene auf der Unterseite befindet sich im Kunstmuseum Moritzburg, vgl. Jutta Götzmann/Uta Kaiser: Gläserne Welten. Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte. Ausst. Kat. Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte. Petersberg 2017, Nr. 88. Vergleichsstücke mit ähnlichem Schnittdekor verweisen ebenfalls auf Brandenburg als möglichen Herstellungsort, z.B. ein Trichterpokal im Bestand des Stadtmuseums Berlin (Inventarnr. II 94/119 A), vgl. Trichterpokal mit Fruchtbündeln und Vögeln aus der Werkstatt Martin Winters, unter: Museum Digital, online abrufbar:
berlin.museum-digital.de/object/49734 (14.05.2024).
(Judith Thomann)