Dies ist das zweite der beiden „gläsernen Blumen“ Heinigs, das er mit dem Zusatz „Fleur Du Mal“ betitelte. Es stellt in fast blassen, meist rötlich violettenen Tönen und gelegentlichem hellem Blau einen Blumenstrauß mit herbstlicher Anmutung dar. Die Blütenblätter wirken hell durchscheinend, mitunter auch reflektierend, wie Glas. Hinter ihnen ragt dürres Blattwerk wie von Strohblumen hervor, mancher Stängel wie Spinnengebein. Dazwischen in kräftigem Lila großflächig und wie zerfallend weitere Blätter, und darunter wieder die kreisrunden Glasblütenscheiben. Den Übergang hin zu Stängel nach unten bildet ein Band mit kleinen Quadraten bemustert, wie Seidenpapier. Am oberen Ende des Stängels ein Totenschädel, sehr klein, aber deutlich erkennbar, er wird rechts und links von schmalen, blattartigen Flächen gerahmt. Der Stängel selbst eine Wirbelsäule, sie trägt diesen Schädel und endet in einem zweiten, von dem aus sich weitere Wirbeln nach unten zum dort glatten Stängel entwickeln, an ihm noch ein paar weitere der dünnen, spinnenbeinartigen Blättchen rechts und links. Die Intention des Künstlers bleibt dem Betrachter verborgen, doch im Ganzen besehen sieht er ein Bild zarter Schönheit, gezeichnet vom Ende des Sommers.