Satirische Lithographie "Das Eisenbahn-Project No 2.", 2. Blatt einer Viererfolge. Die witzig-kritischen Darstellungen geben Einblick in die Problematik bei Errichtung und Finanzierung der Eisenbahnlinie Kiel-Altona. Herausgegeben vom Redakteur und Publizisten Carl Baurmeister.
Dargestellt sind verschiedene personifizierte Städte. Herr Hamburg (Urkunde "Hansabund" in der Hand) sitzt Rücken an Rücken mit Herrn Altona (in der Hand Aktien). Darunter der für das "Eisenbahn-Project" stehende Schinken auf einer Waagschale, in der anderen Schale Aktien. Herr Lübeck angelt nach dem Schinken. Herr Neustadt versucht ihn mit einem Kescher aufzufangen. Herr Kiel sitzt auf einem Sofa und legt Aktien auf die Waage, während er mit Frau Ellerbeck spricht, die einen großen Fisch hochhält. Herr Glückstadt hält einen Zettel nach oben, hinter ihm ein Bär mit Aktien im Maul. Herr Flensburg blickt mit einem Fernrohr, das auf den Rücken von Husum gestützt ist, auf die Waage.
1840 wurde die Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft auf Betreiben von Kaufleuten aus Altona und Kiel gegründet, die sich durch die Verbindung von Nord- und Ostsee eine Verbesserung der Transport- und Absatzmöglichkeiten ihrer Waren versprachen. Sie verkauften Aktien, um den Bau der Strecke zu finanzieren. Die Bahnstrecke wurde 1844 eröffnet.