Am Kanalende in Brunsbüttel wurden 2 Schleusen von je einer Nutzlänge von 125 m und einer Nutzbreite von 22 m gebaut. Abgeschlossen wurden die Schleusenkammern von aus 2 Flügeln bestehenden sogenannten Stemmtoren. Jede Kammer besaß 2 Ebb- und 2 Fluttore. Stemmtore sind ein aus zwei Flügeln bestehender Verschlusstyp für Schleusen und auch Docks. In geschlossener Stellung stehen diese Flügel nicht ganz rechtwinklig zur Schleusenwand, sondern zeigen leicht in Richtung des Oberwassers. Bei anstehendem Wasser werden die Flügel am Stoß aneinander gepresst, das für eine gute Abdichtung sorgt. Solange die Wasserspiegel vor und hinter dem Tor beim Befüllen oder Entleeren der Schleusenkammer nicht ausgeglichen sind, bleibt das Tor zuverlässig geschlossen. In geöffneter Stellung klappen die Flügel des Stemmtors in eine entsprechende Stemmtornische in den Schleusenwänden, sodass sie kein Hindernis für passierende Schiffe darstellen. 1914 wurde diese kleine Doppelschleuse durch eine große ergänzt. Bis zu diesem Zeitpunkt nahm man Strömung und im Kanal wechselnde Wasserstände von bis zu 50 cm in Kauf.
Die Abbildung zeigt die Betonierungsarbeiten während des Baus der Schleusenkammern der Brunsbütteler Schleuse.
(Ortsalbum 206-1)