Die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals begannen bereits am 19.6.1895 in der Freien und Hansestadt Hamburg. An diesem Tag empfing die Stadt neben dem Kaiserpaar auch fast alle regierenden Fürstlichkeiten mit Gefolge. Aus dem Ausland waren neben zahlreichen Diplomaten auch die höchsten Marineoffiziere der meisten seefahrenden Nationen zugegen. Nach dem Bankett am Abend im Hamburger Rathaus wurden die Gäste auf die im Hafen liegenden Schiffe gebracht. Kaiser Wilhelm II. begab sich an Bord seiner Jacht "HOHENZOLLERN" (II). Der Schiffskonvoi, angeführt von der Kaiserjacht, legte gegen Mitternacht ab und fuhr elbabwärts in Richtung Brunsbüttel.
Zusammen mit ihrer Vorgängerin "KAISERADLER" nahm sie mit dem Kaiser an Bord an der Kanaldurchfahrt teil. Nach einer achteinhalbstündigen Fahrt durch den Kanal am 21.6.1895 erreichten die kaiserlichen Jacht sowie weitere Schiffe verschiedener Nationen die Schleusen in Holtenau.
Die "HOHENZOLLERN" (II) wurde als Aviso bei der AG Vulcan in Stettin erbaut und am 8.4.1893 in Dienst gestellt. Sie war der Ersatzbau für den überalterten Raddampfer gleichen Namens, der danach in "KAISERADLER" umbenannt wurde. Das als Staatsjacht für Kaiser Wilhelm II. vorgesehene Schiff sollte im Kriegsfall als schnelles Aufklärungsschiff (Aviso) dienen. Es fand jedoch während des 1. Weltkrieges keine Verwendung, wurde 1920 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen, 1923 verkauft und im gleichen Jahr in Wilhelmshaven abgewrackt.
Die Fotografie zeigt die "HOHENZOLLERN" beim Einlaufen in die Holtenauer Schleuse.
(Ortsalbum 208-41)