Der Fußbecher steht auf einem runden, leicht ansteigenden Fuß. Der Becher setzt mittig mit einer Scheibe an. Darüber entwickelt sich die Wandung zunächst glockenförmig. Durch optisches Blasen ist hier eine Facettierung angedeutet. Zur stark beriebenen Vergoldung des Trinkrands entwickelt sich die Wandung darüber konisch auseinander. Auf der Wandung sind drei runde Felder mit szenischen Darstellungen unter einer Inschrift angebracht.
Unter „Von Fischen trägt mans stehen [?]“ ist ein Fischer mit einer Angel an einem Gewässer zu sehen. Unter „Vogel sind wir lieber“ ist ein kniender Mann hinter Bäumen zu sehen, der ein eingezäuntes Feld und einen Taubenschlag (?) beobachtet. Unter „Jägerey ist drüber“ ist ein in ein Jagdhorn blasender Jäger mit zwei Hunden bei der Hirschjagd zu sehen. Zwischen den Bildfeldern sind mit Früchten gefüllte Füllhörner, Palmetten und sich einrollende Blätter eingeschnitten, die entfernt an die Gestaltung der Gläser des schlesischen Glasschneiders Christian Gottfried Schneider (1710 – 1773) erinnern, vgl. z.B. Rudolstadt, Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, Inv. G061. Insgesamt ist der Dekor aber weniger detailliert und qualitätsvoll ausgeführt, so dass eine Zuschreibung abgelehnt wird.
(Sabine Tiedtke)