Der Pokal steht auf einem runden, leicht ansteigenden Fuß. Den Schaft bildet ein massiver geschliffener Baluster zwischen Scheiben, in dessen Masse grünes und rotes Glas eingeschmolzen ist. Die mit senkrechten Facetten versehene Kuppa setzt unten gerundet an und entwickelt sich nach oben zum Trinkrand hin trichterförmig auseinander. Auf einer Seite ist ein Wappenschild mit einem Rahmen aus S-Schwüngen eingeschnitten. Es wird von zwei unten gebundenen Palmwedeln gerahmt und darüber ist eine Krone angebracht. Der Wappenschild ist eigentlich geteilt, durch einen mittig angebrachten Anker erscheint es allerdings geviert. Das obere heraldisch rechte Feld zeigt einen waagrecht stehenden Halbmond mit zwei mittig daraus entspringenden Bögen. Heraldisch links ist ein Flügel zu sehen.
Pokale mit mehrfarbiger Gestaltung des Schaftes werden nach Schlesien oder Böhmen verortet, allerdings weisen die Vergleichsstücke meist eine Gestaltung mit Filigranfäden im Schaft auf, vgl. Stefania Żelasko: Barock und Rokoko im Hirschberger Tal. Stein- und Glasschnitt 1650–1780. Hrsg. v. Georg Höltl und Peter Höltl, Glasmuseum Passau. Passau 2014, Nr. 159, 160, 166, 167, 170 (Preußler Glashütte Weißbach, Schreiberhau, 1. Hälfte 18. Jh.); Justyna Wierzchucka/Martin Kügler: Barockes Glas aus Schlesien. Ślaskie szkło barokowe. Hrsg. von Gabriela Zawiła und Markus Bauer. Katalog der Bestände des Riesengebirgsmuseums in Hirschberg und des Schlesischen Museums zu Görlitz. Görlitz, Zittau 2016, Nr. 80 (Schlesien, Schreiberhau, Preußler Glashütte Weißbach, um 1720); Sonderauktion Privatsammlung. Glas von der Gotik bis zum Biedermeier. Aukt. Kat. Im Kinsky, Wien, 122. Auktion. 25. April 2018, Nr. 132 (Riesengebirge/Böhmen, um 1720-1735), Nr. 134 (Böhmen, um 1720).
(Sabine Tiedtke)