Im Sommer 1895 besuchte der Maler Hans Thoma, in Oberursel einen Töpfer, der ihm einige Teller drehte, in denen Thoma einige Zeichnungen kratzte. Einer dieser Teller zeigte ein grimmiges, hahnartiges Fabelwesen, das den Erdball mit seinen Krallen umspannte. 1899 wurde Thoma, inzwischen einer der angesehensten Maler in Deutschland, zum Direktor der Kunstschule und zum Direktor der Kunsthalle in Karlsruhe ernannt. Thoma empfahl 1901 dem Großherzog Friedrich I. eine Majolika-Manufaktur ins Leben zu rufen, die bald zu den bekanntesten Keramikwerkstätten in Deutschland gehörte. Künstlerischer und technischer Leiter wurde der Maler Wilhelm Süs. Thoma lieferte für die Manufaktur mehrere Entwürfe und griff dabei auf einen der in Oberursel gestalteten Teller zurück.
Nicola Moufang: Die Großherzogliche Majolika Manufaktur in Karlsruhe, 1920, S. 9 und Abb. S. 101