Eine von Heinigs sehr frühen Rollagen aus dem Jahr 1974 zeigt Menschen, wie man ihnen im Stadtgewimmel auf den Straßen begegnet. Sie kommen auf den Betrachter zu, Männer und Frauen, meist den Kopf mit Hüten bedeckt und mit Mänteln bekleidet, als wäre es Winter. Die verwendete Technik erzeugt auch hier wieder den schwankend schwimmenden Eindruck, die Unschärfe und Unruhe von Dynamik und Bewegung, wie sie auch der Fußgänger auf seinem Weg durch die Menge erlebt. Hier arbeitet der Künstler mit zwei zu Grunde liegenden Aquarellen, vielleicht waren es erste Experimenten zur Erprobung der neuen Technik. Heinig selber schrieb dazu später im Mai 1988 in einem mit dem Titel „Werkprozesse“ archivierten Text: „Das Serielle zeigt sich in kompositorischen Mustern und Prinzipien […].Eine Sonderform ist die Koppelung von zwei gleichen oder verwandten Bildern in Form von Streifen (Jiri Kolârs „Rollage ) Sie repräsentiert im Ansatz wieder Aspekte des Prozeßhaften, nämlich Zeit, Bewegung, Dynamik“.