Im späten Mittelalter ist Seedorf im Besitz der Familie Buchwaldt, 1480 ging es an Dietrich Blome und blieb für die folgenden 250 Jahre deren Stammsitz. Nach mehrmaligen Besitzerwechseln war es von 1819-1914 im Eigentum der Fürsten zu Schwarzburg-Rudolstadt Seitdem gehört das Gut den Grafen von Westfalen. Das 1820 erneuerte Herrenhaus ist seit 2016 in Privatbesitz und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Das Torhaus wurde 1583 im Stil der niederländischen Spätrenaissance als Bestandteil der Befestigungsanlage des Gutes Seedorf erbaut. Das Gebäude besteht aus dem von zwei Türmen flankierten eigentlichen Torhaus. Es ist ein dreigeschossiger Backsteinbau von Achsen Breite mit einem steilen Walmdach. Die Fassade ist mit Fenstereinfassungen und Gesimsen aus Sandstein gegliedert und weist zahlreiche Zieranker auf. Die flankierenden schlanken Treppentürme von quadratischem Grundriss tragen geschweifte, schiefergedeckte Zwiebelhauben. Auf der Feldseite sind rechts und links je zwei von Granitblöcken gefasste Schießscharten, in denen sich kleine Kanonen befinden. Heute ist das seit 1929 unter Denkmalschutz stehende und mehrfach renovierte Torhaus im Besitz der Gemeinde und wird als Museum, Standesamt, Archiv und Büro genutzt.
Die Lithografie zeigt den Blick vom Herrenhaus über den Gutshof auf das Torhaus.
(Yn 71-2-71)