Bleistiftzeichnung "Huldigung für den Herzog Friedrich VIII. auf dem Marktplatz in Kiel" des schleswig-holsteinischen Künstlers Friedrich Ernst Wolperding (* 1. April 1815 in Kiel; † 17. August 1888 in Kiel), um 1864, Bleistift auf Papier; mit lavierten und gehöhten Akzenten. Dargestellt ist eine Szene, die sich im Jahr 1864 in Kiel ereignete. In diesem Jahr versammelten sich zahlreiche Huldigungsdeputationen für Herzog Friedrich VIII., die der Herzog praktisch täglich in Kiel empfing. Während der sogenannten "Augustenburgischen Bewegung" erhob sich in den Herzogtümern eine Art Propagandawelle zugunsten des Herzogs. Die augustenburgische Bewegung unterließ nichts, um ihre Forderung nach einem selbstständigen geeinten Schleswig-Holstein unter Friedrich VIII. bei allen Akteuren nachdrücklich und hartnäckig zu vertreten: Sie schuf sich eigene Presseorgane, sie organisierte sich in schleswig-holsteinischen Vereinen, sie hielt Volksversammlungen und Umzüge ab, sie verfasste juristische und populistische Denkschriften, sie versandte Adressen, sie verabschiedete Deklarationen, sie entsandte Deputationen und suchte nach diplomatischem Beistand.
Eine besondere Bedeutung hatten dabei die dargestellten Huldigungsdeputationen. Die schleswig und holsteinische Bevölkerung erhob durch Huldigung den Augustenburger zum Herzog und wollte ihm dadurch die Legitimität verleihen, die andere infrage stellten.