DigiCult Museen SH - Aktuelles

  Kooperation zwischen Lettland und Schleswig-Holstein bei der Dokumentation des kulturellen Erbes im Museumswesen  
  In Anwesenheit von Una Sedleniece, stellvertretende Staatssekretärin im Kulturministerium Lettlands und Caroline Schwarz, Beauftragte für Minderheiten und Kultur des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein wurde bei einem Treffen in Kiel am 19.9.06 eine Zusammenarbeit im Bereich digiCULT vereinbart.

Bei dem Sondierungsgespräch im Projektbüro DigiCult Museen SH waren außerdem anwesend:

Una Balode (Senior Staff des lettischen Museumsamts, Projektleiterin Museumsdokumentation)
Norbert Weber (assoziiertes Mitglied im Museumsverband Lettlands)

Gert Haack (Referatsleiter Internationale Kulturbeziehungen, kulturelle Medien et. al.)
Dr. Helmut Sydow (Referent für den Museumsbereich)
Lütger Landwehr (Leiter digiCULT Museen SH)
Frauke Rehder (stellvertr. Leiterin digiCULT Museen SH)

Die Zusammenkunft hatte folgendes Ergebnis:

1. Es wurden Erfahrungen zum Stand der länderspezifischen Situation in den Museen ausgetauscht.

2. Durch gegenseitige Präsentationen wurde die Dokumentation und Digitalisierung der musealen Sammlungen vorgestellt.

3. Es wurden Unterschiede der Museumssysteme festgestellt (Akkreditierung, Organisation, Dokumentation etc.) Daraus könnten sich Kooperationen ergeben, die die Situation der Museen in beiden Ländern verbessern helfen. In der Diskussion wurden mögliche Synergieeffekte deutlich, die durch weitere Begegnungen und Erfahrungsaustausch auf Arbeitsebene genutzt werden sollten.

4. Die digitale Erfassung und Publikation von Informationen zu den Museen und ihren Objekten wurde von beiden Seiten als wichtiges Ziel für die Zugänglichmachung und Sicherung des kulturellen Erbes gesehen.

5. Der Austausch über Datenfeldkataloge und verpflichtende Standards lieferte wichtige Impulse für die jeweiligen Projektentwicklungen und sollte unbedingt weiter und differenzierter fortgeführt werden.

6. Einen Schwerpunkt der weiteren Diskussion sehen beide Seiten in der Abstimmung über Fachthesauren, Klassifikationen, technische Standards, um langfristig einen Datenaustausch auf europäischer Ebene zu etablieren.

7. Beide Seiten begrüßen es, ein gemeinsames Museumsdigitalisierungsprojekt der Ostseeanrainerstaaten zu initiieren. Dieses könnte eine erhebliche Stärkung der Kooperation und kulturellen Identität in der Region Nordeuropa bewirken. Hierzu sollten die Fördermittel der EU genutzt werden.

8. Die Gesprächspartner bekräftigen hiermit ihren Willen, diese Kooperation auf Regierungs- und Projektebene fortzusetzen.

9. Die Gespräche über eine künftige Kooperation bei der Museumsdigitalisierung sollen zunächst bilateral fortgeführt werden. Dabei soll auf Expertenebene zunächst die Machbarkeit des Projekts geprüft werden.

10. Bei einem positiven Ergebnis sollen in einem folgenden Schritt die übrigen Länder des Ostseeraums zur Kooperation eingeladen werden.

Das nächste Arbeitstreffen soll spätestens in der 1. Jahreshälfte 2007 in Riga stattfinden. Das Kooperationstreffen mit den übrigen Ländern spätestens zum Ende 2007.

 
  Link: www.meandrs.lv  
 
Norbert Weber, 27.09.2006