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  digiCULT beteiligt an Übersetzung des Art and Architecture Thesaurus (AAT)  
  Am Institut für Museumsforschung in Berlin (IfM) wird derzeitig eine deutsche Übersetzung des vom Getty Research Institute herausgegebenen Art and Architecture Thesaurus (AAT) vorbereitet. Als Übersetzungsplattform dient das von digiCULT entwickelte Vokabularmodul xTree.
Der AAT ist ein hierarchisch gegliederter Thesaurus für die Objekterschließung von kunst- und kulturhistorischen Sammlungen. Ursprünglich als ein englischsprachiger Thesaurus angelegt, wurde er bereits ins Niederländische, Spanische und zum Teil ins Chinesische übertragen. Auf Grund seiner Multilingualität und da er mit seinen ca. 35.000 Begriffen und 245.000 Bezeichnungen die Bereiche Kunst, Architektur und materielle Kultur umfassend abdeckt, hat er sich als internationaler Standard durchgesetzt.

Mit finanzieller Förderung durch den Bund und das Land Berlin wird bis Ende 2013 das Projekt "Aufbau einer deutschen Fassung des AAT" durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes wird die ca. 17.000 Begriffe enthaltende Objekt-Facette für reale, vom Menschen geschaffene Objekte, wie Gemälde oder Bauwerke, bearbeitet. Für jeden Begriff dieser Facette werden die deutschen Entsprechungen ermittelt, die mit ein bis drei wissenschaftlichen Belegen in der Literatur nachzuweisen sind. Dabei bearbeiten Fachwissenschaftler parallel einzelne Teilbereiche. Diese werden zentral zusammen geführt, redaktionell geprüft und abgestimmt. Sobald Teilbereiche abschließend fertiggestellt sind, werden sie an Getty übergeben und in deren Online-Version integriert. Gleichzeitig wird die deutsche Fassung auf einer eigenen Website zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt.

Mit digiCULT.xTree steht dem Projekt eine Software zur Verfügung, die sich nicht nur als Übersetzungsplattform eignet, sondern aucheinen Webservice für die maschinenbasierte Anreicherung verteilt gehaltener Datenbestände ermöglicht.
Projektpartner ist neben dem Getty Research Institute, dem Berliner Institut für Museumsforschung und der digiCULT-Verbund eG auch das Kunsthistorische Institut in Florenz, das Fachwissenschaftler für die parallel laufenden Übersetzungen vermittelt und mit seiner umfangreichen Bibliothek als Referenzbibliothek zur Verfügung steht.

Das Projekt wird begleitet von einer Expertenkommission, der neben Prof. Monika Hagedorn-Saupe , Dr. Winfried Bergmeyer und Axel Ermert vom IfM auch Dr. Viktor Pröstler von der Bayrischen Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Dr. Christiane Pagel vom Bildarchiv Foto Marburg, Dr. Margret Schild vom Theatermuseum Düsseldorf , Manfred Hartmann vom Westfälischen Museumsamt, Jens Lill und Sophie Rölle vom Bibliotheksservice-Zentrum in Konstanz sowie digCULT-Geschäftsführerin Frauke Rehder angehören. Das dritte Expertentreffen fand am 21. Juni in Berlin statt, das vierte ist für den 22. August geplant.

 
  Link: www.aat-deutsch.de  
 
Frauke Rehder, 05.07.2013